15.05.2018

Frauenrechte sind Menschenrechte

In den letzten Jahrzehnten wurde schon viel erreicht, dennoch gibt es weiterhin viel zu tun und einzufordern.

100 Jahre ist es heuer her, dass Frauen in Österreich das allgemeine Wahlrecht zugestanden wurde. Viele Auseinandersetzungen mit Männern waren notwendig, um Entscheidungsträger davon zu überzeugen, dass das Frauenwahlrecht für alle von Vorteil wäre und nur so Demokratie ge- und erlebt werden kann.

Die Geschichte des Kampfes um das Frauenwahlrecht ist eng verknüpft mit der damaligen ArbeiterInnenbewegung, dem Kampf um freien Bildungszugang, zur selbstbestimmten Berufswahl und wirtschaftlichen Unabhängigkeit der Frauen.
Das Frauenwahlrecht hat im Laufe der Jahrzehnte dazu geführt, dass in Österreich die Arbeitswelt positiv beeinflusst wurde. Heute ist es nahezu selbstverständlich, dass Mann und Frau erwerbstätig sind und gemeinsam für das Wohl der Partnerschaft bzw. der Ehe mit oder ohne Kinder Sorge tragen. Es ist noch gar nicht so lange her, dass die verheiratete Frau ihren Gatten fragen musste, ob sie einen Beruf ausüben darf. Erst seit 1975 darf dies die Ehefrau ohne Zustimmung des Gatten. Die ersten Frauen wurden 1966 als Ministerinnen in den Parteien der ÖVP und SPÖ „zugelassen“. Die Christgewerkschafterin Grete Rehor erhielt 1966 die Gelegenheit, Gleichberechtigung auf Ministerebene erstmalserleben und umsetzen zu dürfen, und diese Werte wirken mit den damals beschlossenen Sozialgrundgesetzen bis in die heutige Zeit.
In den letzten Jahrzehnten wurde schon viel erreicht, dennoch gibt es weiterhin viel zu tun und einzufordern…

Zur Zeit sind die Spitzenfunktionärinnen der Gewerkschaftsfrauen bei der Vorbereitung der im heurigen Jahr stattfindenden großen Kongresse. Dort werden wir unsere zukunftsorientierten Forderungen einbringen. Am 9. 4. 2018 und am 10. 4. 2018 finden die Fraktionskongresse und danach der ÖGB-Frauenkongress statt. Die Frauenforderungen werden in den Leitantrag des ÖGB-Kongresses einfließen, der im Juni 2018 für alle sieben Fachgewerkschaften und Fraktionen tagt.
Der umfangreiche Frauenleitantrag beinhaltet viele wichtige Forderungen für unsere erwerbstätigen Frauen. Nachstehend einige Kapitelüberschriften: Erwerbsarbeit, Familie und Privatleben müssen vereinbar sein; Work-Life-Balance muss Realität werden; Arbeitszeit ist Lebenszeit; Faire Bezahlung; Chancengleichheit und Diversity; Einkommensberichte/Stelleninserate; Für gesunde Arbeitsplätze und Gleichstellung; Bildung und Qualifizierung; Für ein soziales Europa; Für starke Frauen in Gewerkschaft und Sozialpartnerschaft …

Als ÖGB-Spitzenkandidatin für den ÖGB-Frauenkongress tritt unsere derzeitige GÖD-Frauenvorsitzende- Stellvertreterin Korinna Schumann an. Kollegin Renate Anderl, die noch amtierende ÖGB Frauenvorsitzende, wird aufgrund des Antretens zur Wahl für die Bundesarbeiterkammer als Präsidentin aus dem ÖGB ausscheiden.
Mir ist, war es und wird es weiterhin ein Anliegen sein, mich für unsere berechtigten gewerkschaftlichen Forderungen einzusetzen. Auch ich werde mich der Wiederwahl als ÖGB-Frauenvorsitzende- Stellvertreterin stellen.

Mehr zum Thema

News-Archiv
21.07.2015

Adaptierungen treten mit 18.06.2015 in Kraft, aufgrund der Dienstrechts-Novelle 2015 (BGBl. I Nr. 65/2015)

News-Archiv
30.08.2017

Einer von vielen Anträgen aus dem Bereich GÖD-Frauen und GÖD-Familie an den GÖD-Bundeskongress 2016 lautete: Weiterer flächendeckender Ausbau eines qualitätsvollen Elementarpädagogikangebots und Schaffung von zusätzlichen Kinderbetreuungseinrichtungen, die eine tatsächliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen.

News-Archiv
18.12.2017

Einer der vielen Forderungen der Gewerkschafterinnen - zB GÖD-Bundesfrauen*) und ÖGB-Bundesfrauen**) ist die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privat bzw. Familie.

 

Für mich steht als oberster Wert bei allen Entscheidungsmöglichkeiten die Wahlfreiheit!

News-Archiv
21.07.2015

Unter zum Teil schwierigen, physisch und psychisch sehr herausfordernden Umständen versuchen unsere Bundes- und Landesbediensteten im Öffentlichen Dienst die Flüchtlings- und Asylantenströme in und durch Österreich zu bewältigen.

News-Archiv
01.12.2017

Bekannt ist, dass Männer und Frauen naturgemäß unterschiedlich, aber in Wert und Würde komplett gleich sind. Unsere Gesellschaft profitiert von der Vielfältigkeit und dem Wesen und der Erwerbstätigkeit beider Geschlechter. Aus meiner Sicht sollte das Prinzip der Vielfalt gefördert werden, und das auf allen Ebenen. Die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst fördert seit Jahrzehnten das Prinzip der Vielfalt der Erwerbstätigen im Öffentlichen Dienst.

News-Archiv
18.12.2017

Seit 2011 gibt es nun das „Steuerungs- und Beweisinstrument“ der Einkommensberichte. Die Ergebnisse dieser Einkommensberichte werden in regelmäßigen Abständen veröffentlicht und sollten à la longue dazu führen, dass die Einkommensschere zwischen Männereinkommen und Fraueneinkommen (Vollbeschäftigungsäquivalent) zusammenschrumpft. In der Privatwirtschaft beträgt der Einkommensunterschied zurzeit zwischen 31,4% (Vorarlberg) und 19,2% (Wien), im Gesamtbundesländerdurchschnitt 23,2% in Österreich.

News-Archiv
27.08.2015

Ein „Reizvokabel“ für viele Öffentlich Bedienstete und Gewerkschafts-funktionärInnen, da das Wort fast immer, einen Personalabbau beinhaltet. Ich habe kaum etwas gegen Reformen, wenn diese eine ehrliche und ernsthafte Aufgabenkritik und sachgerechte Aufgabenverteilung mit Qualitätsmerkmalen beeinhalten würden.

News-Archiv
26.03.2018

Gewalt im Öffentlichen Dienst: So kann es nicht mehr weitergehen!

In den letzten Wochen und Monaten finden sich vermehrt Pressemeldungen zum Thema Gewalt im Beruf.