12.07.2018

Verschnaufpause während der Arbeit: Rechtliche Grundlagen

Wer kennt es nicht: Im alltäglichen Chaos zwischen Arbeit, Chef, Kolleginnen und Kollegen lässt Arbeitsdruck oftmals keine Mittagspause zu. Kurz vor der Mittagszeit erhält man einen wichtigen Auftrag, der die sofortige Erledigung erfordert und die Pause verkürzt. Es bleibt dadurch wenig Zeit, um die eigenen Batterien wieder aufzuladen. In der einen Hand das belegte Brot, in der anderen das Smartphone, um E-Mails zu beantworten. Arbeitszeit und Arbeitsdichte stimmen nicht immer überein. Die Einhaltung der Ruhepausen ist deutlich im Arbeitszeitgesetz festgelegt und soll die Bewältigung des Arbeitsalltags erleichtern. In der Praxis kommen viele allerdings nicht zum Durchatmen und verzichten auf die wohltuende Verschnaufpause. Dabei geht es nicht nur um die eigene Gesundheit, sondern auch um die Arbeitsqualität und Leistungsfähigkeit.

Ruhepausen sind grundsätzlich ab einer Arbeitszeit von sechs Stunden vorgeschrieben und belaufen sich auf mindestens 30 Minuten. Liegt es im Interesse der Beschäftigten ist auch eine Aufteilung der Pause wie beispielsweise von je einer Viertelstunde zulässig. Dies gilt im Übrigen nicht als Arbeitszeit und wird dementsprechend nicht abgegolten, wenn keine Ausnahmen im Kollektivvertrag – im Öffentlichen Dienst im Gesetz – festgelegt wurden. Pausen sollten stets auch an die organisatorischen Verhältnisse angepasst werden.

Flexible Arbeitszeiten ermöglichen es, Ruhepausen selbstständig einzuteilen, und dienen vor allem der eigenen Gesundheit. Dabei gilt es herauszufiltern, wann es Zeit für eine Pause im hektischen Arbeitsalltag ist. Kommt es beispielsweise zur abnehmenden Konzentration oder gar zu körperlichen Beschwerden, gilt es, auf die entsprechenden Signale selbst zu reagieren. Schließlich ist eine Erholungsphase zwischen stressigen Terminen ein wesentliches Mittel zur Prävention von Burn-Out. Arbeit gilt als wichtiger Bestandteil des Lebens. Doch dazu gehören auch regelmäßige Pausen, um stressbedingte Beschwerden zu vermeiden.

Mehr zum Thema

News
18.05.2020

Wie ist ein dort erlittener Unfall sozialversicherungsrechtlich zu bewerten?

Details lesen
News
26.01.2021

Wann und unter welchen Bedingungen ist Telearbeit im Bundesdienst möglich? Wann darf Telearbeit widerrufen bzw. beendet werden? Diese sowie weitere Fragen werden in diesem Beitrag beantwortet.

GÖD-Info lesen
News
03.07.2017

Mit dem Beschluss des Nationalrates vom 29. Juni 2017 wurde einer jahrelangen Forderung der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst Rechnung getragen.

News
04.03.2021

Die nun seit über einem Jahr andauernde, außergewöhnliche und sehr fordernde Zeit der Pandemie zeigt auch die Defizite von Fairness im privaten und familiären „Miteinander“.

News
25.07.2018

Kaum hat man sich gut eingearbeitet, steht der Wechsel des Arbeitsplatzes bevor. Eine Langzeitanstellung gilt längst nicht mehr als Regelfall und fällt heutzutage eher in die Kategorie einer aussterbenden Spezies.

GÖD Dienstrecht und Kollektivverträge
Leistungen

Hier findest du alles zu den für den Öffentlichen Dienst relevanten Kollektivverträgen.

Leistungen

Die GÖD-Rechtsexperten beraten zu den für den Öffentlichen Dienst relevanten Themen Dienst- und Arbeitsrecht, Kollektivvertrag und Arbeitsverfasssungsrecht.

News
26.08.2018

Nähert sich das Ende des Dienstverhältnisses sind oft viele Fragen offen. Eine davon bezieht sich zumeist auf nicht konsumierte Urlaubstage. Hat man nach der Kündigung noch Anspruch auf Resturlaub, wenn noch nicht alle Urlaubstage konsumiert wurden? Deine GÖD hat die Antwort: