08.11.2020

55 Jahre GÖD-Frauen

Gewerkschaftliche Frauenarbeit für gesellschaftspolitische Themen vorantreiben.

Text: Monika Gabriel: GÖD-Vorsitzenden-Stellvertreterin
und Bereichsleiterin der GÖD-Frauen

 

Im Jahre 1946/47 findet sich eine erstmalige Erwähnung des GÖD-Frauenreferats im ÖGBBericht. Allerdings konstituierte sich der GÖDFrauenausschuss erst 1966! Sitzungen werden abgehalten, Anträge werden gestellt. Beim GÖD-Gewerkschaftstag 1997 stellt das Frauenreferat unter der Vorsitzführung von Christine Gubitzer einen Antrag auf seine Verankerung in der Geschäftsordnung und Zuerkennung des Status eines Organs der GÖD. Der Antrag wird mit überwiegender Mehrheit angenommen. Die Umsetzung ließ lange Jahre auf sich warten. Zum ersten Mal findet sich im Jahr 2007 im § 3 der Geschäftsordnung der GÖD bei Organe der Gewerkschaft unter Pkt. 22 „Frauen“. Seit 2016, im Jahr des 17. GÖD-Bundeskongresses, findet man in der Geschäftsordnung unter § 3 Organe der Gewerkschaft (1) Die Gewerkschaft gliedert sich […], Bereiche eingerichtet werden; ein solcher Bereich ist insbesondere für die Frauen zu bilden. 1. Bundeskongress, 2. Länderkonferenz, 3. Bundeskonferenz, 4. Vorstand, 5. Präsidium, 6. Frauen, 7. Jugend, 8. Bundestage der Bundesvertretungen […] usw. – Beharrlichkeit und ein langer Atem führen dann doch irgendwann zur erwünschten Akzeptanz des Faktischen! 2019 hatte die GÖD 55,81 Prozent Frauenanteil bei insgesamt 254.961 Mitgliedern, davon 142.310 Frauen. Damit stehen wir an erster Stelle, was den Mitgliederanteil an Frauen in sieben Fachgewerkschaften betrifft – eine Erfolgsstory! In den letzten Jahrzehnten wurden erlebbare Verbesserungen für alle KollegInnen des Öffentlichen Dienstes erreicht, z.B.: Arbeitszeitflexibilisierung, Verbesserungen im Mutterschutz- und Väterkarenzgesetz, Kinderbetreuungsgeld, „Papamonat“ – Familienzeitbonusgesetz, Kinderzulage für Teilzeitkräfte, Erhöhung der Familienbeihilfe sowie bessere Vereinbarkeit Familie und Beruf. Neu kam dazu ab Gültigkeit der kürzlich verhandelten Dienstrechtsnovelle: Verlängerung der Pflegefreistellungsmöglichkeit für Eltern mit behinderten Kindern, Verbesserung beim Frühkarenzurlaub von 28 auf 31 Tage sowie eine Verbesserung für unsere schwangeren Beamtinnen der Exekutive und Justizwache betreffend der Durchrechnung vor dem Beschäftigungsverbot. Das Verringern der Einkommensschere zwischen den Geschlechtern – im Öffentlichen Dienst sind es nur mehr 9 Prozent!

Das Gemeinsame vor das Trennende stellen Frauenpolitische Angelegenheiten sind meiner Meinung nach gesellschaftspolitische Themen. Mir ist, war und wird es immer wichtig sein, in der Gewerkschaftspolitik zusammen mit möglichst vielen Frauen und Männern – das Gemeinsame vor das Trennende zu stellen, damit die vielen gewerkschaftlichen Errungenschaften der letzten Jahre erhalten und sogar weiter verbessert werden. Videobotschaft statt Festveranstaltung Schweren Herzens musste ich die geplante Festveranstaltung anlässlich „55 Jahre GÖD-Frauen“ absagen. Die Vernunft siegte über das Herz und die Covid-19-Gesundheitsbestimmungen sagten meiner Vernunft, dass ich weder für die Kolleginnen noch für mich selbst und unsere zu Ehrenden (Josefa Pointner, Gerda Haselbauer, Mag.a Irene Janisch, Maria Kruckenfellner) ein gesundheitliches Risiko eingehen möchte. Die gebührende Ehrung wird voraussichtlich 2021 nachgeholt. Dankenswerterweise hat Frau Bundeskanzlerin a.D. Dr.in Brigitte Bierlein für unsere Festveranstaltung eine Video-Botschaft vorbereitet. Mit nachstehendem Link ist diese abrufbar: vimeo.com/465724873/67a7b9c52d Ich wünsche Ihnen für die kommende Zeit vor allem „Xundheit“ und Durchhaltevermögen in allen Lebenslagen! Ihre Monika Gabriel

 

Erschienen im GÖD-Magazin 7/20

Schlagworte

Frauen

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