Familien im Fokus
Was die aktuelle Statistik „Familien in Zahlen 2025“1 aussagt.
Dieser Beitrag stammt aus dem GÖD-Magazin 3/2026, von Mag.a Ursula Hafner, GÖD-Vors.-Stv. und Bereichsleiterin GÖD-Frauen.
Familien sind das Herz jeder Gesellschaft: Sie geben Geborgenheit, vermitteln Werte und schaffen Vertrauen; ob sie nun klein oder groß sind. In der Familie lernen Menschen Rücksicht, Verantwortung und Solidarität – also jene Haltungen, die ein funktionierendes Miteinander erst ermöglichen. Familien in Österreich zeigen laut der oben genannten Studie eine große Vielfalt an Formen und Lebensmodellen. Insgesamt lebten 2024 rund 2.507.200 Familien in Privathaushalten, darunter 837.000 Paare ohne Kinder und 633.000 Paare mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren. Etwa 14,2 Prozent dieser Familien wurden von Müttern allein getragen, während 7,7 Prozent alleinerziehende
Väter hatten. Die Familienformen unterscheiden sich regional deutlich.
Im Jahr 2024 wurden in Österreich 77.238 Kinder lebend geboren, wobei sich die Geburten sowohl regional als auch nach Staatsangehörigkeit der Eltern unterschiedlich verteilten. Die Gesamtfertilitätsrate lag bei 1,31 Kindern pro Frau. Frauen mit nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft hatten mit 1,58 Kindern im Schnitt mehr Kinder als Österreicherinnen mit 1,22 Kindern. Die Nichtehelichenquote, also der Anteil der Kinder, die außerhalb einer Ehe geboren wurden, betrug 38,1 Prozent, mit deutlich niedrigeren Werten in Wien (31,8 Prozent) und höheren in Kärnten (47,3 Prozent).
Vielfältige Modelle für Ehe, Partnerschaften und Haushalte
Auch Ehe und Partnerschaft zeigen die Veränderungen im Familienbild: 2024 wurden 45.810 Ehen geschlossen, davon 45.026 zwischen Mann und Frau sowie 366 zwischen zwei Männern und 418 zwischen
zwei Frauen, zusätzlich zu 1.884 neu begründeten eingetragenen Partnerschaften. Das mittlere Erstheiratsalter lag bei 31,6 Jahren für Frauen und 33,6 Jahren für Männer. 72,4 Prozent der Ehen waren Erst-Ehen für beide Partner, während 11,3 Prozent Folge-Ehen waren; bei den eingetragenen Partnerschaften waren 59,1 Prozent Erstverbindungen. Die Haushaltsstruktur unterstreicht den Wandel: 38,6 Prozent aller Haushalte sind Einpersonenhaushalte, während 61,4 Prozent aus mehreren Personen bestehen, bei einer durchschnittlichen Haushaltsgröße von 2,17 Personen. Einpersonenhaushalte sind vor allem bei älteren Menschen verbreitet, während jüngere Personen überwiegend in Paar- oder Familienhaushalten leben. In der Kinderbildung und -betreuung besuchen rund 44 Prozent der unter Dreijährigen eine institutionelle Betreuung, bei den Drei- bis unter Sechsjährigen liegt die Quote bei knapp 95 Prozent, mit besonders hohen Werten in Wien und niedrigeren in der Steiermark und in Oberösterreich.
Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Die Statistik zeigt: Familienformen werden vielfältiger und die Herausforderungen größer. Wir GÖD Frauen fordern daher noch bessere Möglichkeiten, Familie und Beruf gut vereinbaren zu können. Dazu zählen unter anderem die bessere Anrechnung von Kindererziehungszeiten in Hinblick auf Vordienstzeiten, die Pension bzw. den Ruhebezug,
weitere Verbesserungen bei der Pflegefreistellung, mehr qualitativ hochwertige Fort- und Weiterbildungsangebote, die auch für Personen mit Betreuungspflichten leichter zugänglich sind, sowie positive Anreize für Männer, sich stärker in der Familienarbeit zu engagieren. Derzeit finden in den Ländern die Landestage der einzelnen Landesvertretungen statt, gefolgt von den Bundestagen, den Landeskongressen und schließlich dem GÖD-Bundeskongress. Durch die dort eingebrachten Anträge werden wichtige Weichen für die künftige Arbeit in den GÖD-Bereichen Frauen und Familie gestellt. Denn wer Familien stärkt, stärkt die Zukunft.