08.04.2015

Frauen auf der Überholspur?!

Text: Maria Bloderer: GÖD-Frauenvorsitzende GÖD Salzburg,
Mitglied Landesvorstand Salzburg und Personalvertreterin Dienststellenausschuss,
Fachausschuss – Bereich Finanz

 

Manchmal ist ein Blick in die Vergangenheit erforderlich, um die aktuelle Entwicklung besser einschätzen zu können. Vor gar nicht langer Zeit – es waren die 1960er- und 1970erJahre – waren offizielle Dienstanweisungen in Verwendung, die nur so von Sexismus und diskriminierenden Ansichten strotzten. Die ausschließlich männlichen Führungskräfte wurden darin gewarnt, dass Frauen die Arbeit vor allem als „Heiratsmarkt“ sähen. Es wurden konkrete Verhaltensratschläge gegenüber „jungen und daher vergnügungssüchtigen Kolleginnen“ oder „frustrierten, weil noch immer nicht verheirateten älteren Mitarbeiterinnen“ erteilt, um mit dem „arbeitsmarktbedingten Übel der arbeitenden Frau“ umzugehen. Zwischenzeitlich hat sich vieles zum Besseren gewandelt. Die Wertschätzung am Arbeitsmarkt und die Akzeptanz der erbrachten Leistungen von Frauen sehen wir heute als Selbstverständlichkeit an. Nur dort, wo es den Männern wirklich weh tut, sind Frauen von einem „Überholvorgang“ noch weit entfernt: bei der Bezahlung und den Spitzenfunktionen. Mag im Öffentlichen Dienst aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen die Gehaltsschere deutlich weniger weit auseinanderklaffen wie in der Privatwirtschaft – hinsichtlich der höchsten Führungsfunktionen (Sektionschefin, Gruppenleiterin, Vorständin usw.) hat die „gläserne Decke“ an Wirkung noch kaum eingebüßt. Vielleicht sollten wir Frauen beim Überholvorgang auch einmal die „Lichthupe“ verwenden, sonst werden wir zu oft „regelwidrig rechts überholt“! Die Richtung stimmt, der Weg ist aber noch sehr, sehr weit!

Monika Gabriel, GÖD-Vorsitzende-Stellvertreterin und Bereichsleiterin der GÖD-Frauen:
Dem GÖD-Bundesfrauenausschuss gehören alle GÖDLandesfrauenvorsitzenden und ihre Stellvertreterinnen an. Darüber hinaus wurde darauf Bedacht genommen, möglichst von allen Bundesvertretungen und somit Berufsgruppen eine Vertreterin der Frauen in den GÖDBundesfrauenausschuss zu nominieren. Auf die derzeitige Fraktionsstärke innerhalb der GÖD und die Mitgliederdichte der Bundesvertretungen wurde genauso Rücksicht genommen wie auf die Tatsache, dass alle Frauen eine Gewerkschafts- oder bzw. und PV-Funktion innehaben. Dieses gewerkschafts- und frauenpolitische Gremium besteht in dieser Form seit Jänner 2012. Insgesamt gibt es die „GÖD-Frauen“ seit 50 Jahren, und gegen Ende dieses Jahres werden wir dieses Jubiläum auch gebührend feiern, zumal in der GÖD 53 Prozent Frauen Mitglieder sind!

 

Erschienen im GÖD-Magazin 2/15.

Schlagworte

Frauen

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