06.02.2026

Weibliches versus männliches Stressmanagement

Stress ist eine Reaktion des Körpers auf Herausforderungen und Belastungen.

 

Viele verschiedene Studien zeigen, dass Frauen häufiger unter Stress leiden als Männer. Diese Studien zeigen aber auch, dass Frauen wesentlich mehr dazu beitragen, diesem Stress entgegenzuwirken und mit gezieltem Stressmanagement und Selbstdisziplin an sich arbeiten, um zahlreiche an sie gestellte Forderungen unter einen Hut zu bringen und trotzdem ein ausgewogenes Leben zwischen Arbeit, Beruf und Familie führen zu können. Das liegt vielleicht auch daran, dass Frauen im Durchschnitt wesentlich stressresistenter sind als Männer. Die Resilienzfähigkeit hängt somit durchaus vom Geschlecht ab.
 

Säulen der Resilienz
Resilienz bedeutet, das innere Immunsystem zu stärken. Dieses ist nach wissenschaftlichen Studien auf sieben Säulen aufgebaut: Selbstvertrauen, gesunder Lebensstil, Lösungsund Zielorientierung, Akzeptanz und Optimismus, Beziehungen führen, sein Leben im Griff haben und Wahrnehmung. Frauen suchen sich oftmals soziale Unterstützung, orten ihre Stressoren und versuchen, diese gezielt abzubauen. Wie auch im Konflikt sind Frauen lösungsorientiert. Männer hingegen suchen den Ausweg; sie ziehen sich zurück und glauben, dass sie dadurch die Kontrolle behalten und unabhängig bleiben. Sie stellen sich den Stresssituationen nicht aktiv, sondern nutzen problemorientierte Bewältigungsstrategien. Es stellt sich die Frage, welche Methode die zielführendere ist, um die Balance zu finden und stressfreier leben zu können – die aktive oder die passive Methode? Warum das Ziel „stressfreier“ und nicht „stressfrei“ ist? – Es gibt kein Leben ohne Stress! Und dennoch bedeutet Stress nicht unbedingt Negatives, denn wie wir wissen, gibt es „positiven“ und „negativen“ Stress; beide Arten sollten nicht zum Dauerzustand werden.

Aktive Stressbewältigung
Die aktive Bewältigungsmethode, welche Frauen öfters in Betracht ziehen, kennt die verschiedensten Wege, Stress abzubauen. Es kann sich dabei um ein verbessertes Zeitmanagement handeln, Nein sagen zu lernen, Gedankenmuster zu entlüften, einen Perspektivenwechsel anzustreben, Entspannungstechniken auszuprobieren, Bewegung und Sport zu machen, ausreichend zu schlafen oder auch die Ernährungsgewohnheiten zu überdenken. Die von Männern bevorzugte passive Bewältigungsmethode kann z. B. durch Ablenkung, Verleugnung des Zustands, den Gedanken der „Selbstlösung“ oder der Resignation geprägt sein und führt bekanntermaßen nur zu einer kurzfristigen und damit nicht nachhaltigen Lösung. Ganz wesentlich für die Stressbewältigung ist es, Stress einmal wahrzunehmen und die konkreten Situationen und persönlichen Umgangsweisen zu entlarven. Ziel ist es daher, für die körperlichen und psychischen Alarmsignale von Stress sensibel zu werden, um Maßnahmen ergreifen zu können. Zudem ist es besser, Stress anzunehmen, als ihn zu ignorieren und später zu bekämpfen. Es gibt kein Patentrezept, um Stress abzubauen – jede und jeder Einzelne kann und soll ihre oder seine Stresskompetenz kennen und stärken.


Sandra Strohmaier