18.12.2017

Frauengesundheit

Text: Monika Gabriel: GÖD-VorsitzendenStellvertreterin
und Bereichsleiterin der GÖD-Frauen

 

Die Bundesregierung hat im Regierungsübereinkommen beschlossen, unterschiedliche  Nationale Aktionspläne, wie zB NAP für Frauengesundheit, NAP zum Schutz von Frauen vor Gewalt oder auch NAP für Integration zu forcieren. Das Bildungs- und Frauenministerium ist u.a. federführend für den NAP Frauengesundheit verantwortlich. Verschiedene Arbeitsgruppen werden sich in den kommenden Monaten mit den Zielen (auf Lebensphasen bezogen), der Umsetzung und der Priorität auseinandersetzen, um danach zielgruppenspezifische Angebote für Frauen zu erstellen. Unter Frauengesundheit verstehe ich auch die gelebte Selbstbestimmung in allen gesundheitlichen Belangen, aber auch die genderspezifischen Aspekte der Vorsorge und der Versorgung. Die Gender-Medizin ist selbstverständlich kein reines Frauenthema sondern ein Thema für alle Menschen. Dennoch ist es überaus interessant, dass erst 2010 die erste Professorin, Dr.in Alexandra Kautzky-Willer, für „Gender-Medizin“ an die Medizin-Uni Wien berufen wurde. Spät aber doch, wurde anerkannt, dass die weiblichen und männlichen Körper „unterschiedlich ticken“. Bis vor etwa 15 Jahren galt der Mann in der Medizin „als menschlicher Prototyp“ und somit als „Maß aller Dinge“. Durch Studien wurde mittlerweile wissenschaftlich erwiesen, dass Frauen bei den meisten Medikamenten andere und oft viel mehr Nebenwirkungen haben wie Männer bzw. auch das „Krankheitsbild“ sehr oft unterschiedlich ist. Körperfett, ph-Wert, Enzymaktivität, Stoffwechsel und Hormone beeinflussen die Wirksamkeit von Medikamenten. Herzmedikamente und Blutgerinnungsmittel wirken zB bei Frauen anders, da der weibliche Körper eine höhere Enzymaktivität hat und Substanzen daher schneller abgebaut werden. Überaus lange Zeit - bis in den 90iger Jahren - wurden Studien ausschließlich bei Männern durchgeführt. Erst seit etwa 2000 müssen klinische Tests auch bei etwa 40% Frauen durchgeführt werden. Nur so kann man innerhalb der jeweiligen Testgruppen besser analysieren und daraus die dann für uns „Verbraucherinnen und Verbraucher“ richtigen Schlüsse ziehen kann.

Dies alles geschieht zu unser aller Wohl mit der „Gender-Medizin“!  

Wissenswertes:
Frauen und Männer unterscheiden sich nicht nur äußerlich, sondern ihre Körper funktionieren verschieden. Die wichtigsten Unterschiede:
Atmung: Männer atmen durchschnittlich 16-mal pro Minute (23.000-mal täglich), Frauen bis zu 22-mal pro Minute (täglich 30.000-mal). Die Luftmenge, die sie inhalieren, ist jedoch gleich groß: rund 12.000 Liter.
Blut: Männer haben 4,5 Liter Blut, Frauen 3,6 Liter. Männerblut ist dicker: Es hat pro Tropfen eine Million Blutzellen mehr. Insgesamt haben Männer fünf Millionen rote Blutkörperchen pro Kubikzentimeter (20 Prozent mehr als Frauen) und einen höheren Blutdruck: 140/88 (Frauen 130/80).
Energieverbrauch: Männer verbrauchen bei völliger Ruhe stündlich zirka 39,5 Kalorien pro Quadratmeter Körperoberfläche, Frauen 37.
Fett: Männer haben nur halb so viel Fettgewebe wie Frauen. Bei Frauen macht Fett 27 Prozent des Körpers aus, bei Männern 15 Prozent. Männer legen ihren Fettvorrat vor allem am Oberbauch an, Frauen gleichmäßig an Po, Bauch und Hüften.
Herz: Männerherzen sind größer und schlagen langsamer: durchschnittlich 72-mal pro Minute (Frauen 80-mal).
Lunge: Männerlungen haben ein um 50 Prozent größeres Volumen als Frauenlungen.
Stimmbänder: Die von Frauen sind kürzer als die der Männer. Deshalb sind ihre Stimmen höher.
Wasser: Der männliche Körper besteht aus 60 bis 70 Prozent Wasser, der weibliche zu 50 bis 60 Prozent.
Quelle: P.M. Perspektive, Michael Kneissler, Der Mensch und sein Körper
Birgit Baumann Mai 2008

 

Erschienen im GÖD-Magazin 01/15

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