29.05.2015

Gewerkschaftsfrauen: 70 Jahre starker Einsatz im Jahr 2015

Bereits seit 70Jahren engagieren sich die Gewerkschaftsfrauen (ÖGB-Frauen) über alle Fraktionen und Fachgewerkschaften hinweg, für die Interessen der erwerbstätigen Frauen. Im September 1945, nur wenige Monate nach der Gründung des ÖGB, fand die konstituierende Sitzung der ÖGB-Frauen statt. Maßgebliche historische Meilensteine waren die Abschaffung der Frauenlohngruppen, die Anrechnung der Karenz als Ersatzzeit in der Pensionsversicherung, Ausweitung des Mutterschutzes auf 8 Wochen vor und 8 Wochen nach der Geburt, Karenzgeldbezug für alle Arbeitnehmerinnen, Familienrechtsreform = zB Ermöglichung der Berufstätigkeit verheirateter Frauen ohne Zustimmung des Mannes, Gleichstellung der ArbeiterInnen mit den Angestellten bei Abfertigungsanspruch, Gleichbehandlungsgesetze, Elternkarenzurlaubsgesetze, Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe, Familienbeihilfe, Pflegefreistellung für Eltern, Abfertigung neu – auf Druck der Gewerkschaftsfrauen werden Zeiten des Kindergeldbezugs nun wie Präsenz- und Zivildienstzeit als Beitragszeit bei der Abfertigung angerechnet, Kindererziehungszeiten als Beitragszeiten für die ersten vier Jahre ab Geburt des Kindes (nur für ASVG Versicherte!), Pensionssplitting, Kinderbetreuungsgeld neu und vieles andere mehr.  

In der GÖD-Organisation wird ein Frauenkomitee in einer Bundessektion = Mittelschullehrer und in zwei Landesvorständen = ÖO und Vbg. bereits seit den Jahren 1946 bis 1952 erwähnt, danach jedoch nicht mehr. Erst 1965 schlägt die eigentliche Geburtsstunde des GÖD-Bereiches Frauen (damals Frauenreferat). Von den beiden Fraktionen FCG und FSG wurde je eine Frau als Vorsitzende bzw. Vors.Stv. (von Männern) entsandt bzw. mit  Frauenagenden „betraut“. Am GÖD-Gewerkschaftskongress 1997 wurde es erstmals ermöglicht, dass eine Frau als Vorsitzende Stellvertreterin und somit erstes und bis heute einziges weibliches Präsidiumsmitglied gewählt wurde. Kollegin Hofrätin Christine Gubitzer wurde jeweils bei den GÖD-Kongressen als Vors.Stv. der GÖD gewählt. Darüber hinaus wurde sie, bei der jeweiligen konstituierenden Sitzung mit dem „Frauenaufgaben betraut“. Ihre Stellvertreterin für den GÖD-Bereich-Frauen war bis 2007 Kollegin Mag. Eva Salomon. Danach „übernahm“ Kollegin Korinna Schumann die Funktion der Frauenvorsitzenden-Stellvertreterin.  

Die GÖD-Frauen waren und sind stets eingebunden bzw. stark mitwirkend bei fast allen ÖGB-Frauen Anliegen, die zu einer Gesetzeswerdung führten. Außerdem konnten die GÖD-Frauen bei den zahlreichen Dienstrechtsnovellen am Verhandlungstisch aktiv mitwirken. So kam es unter anderem auch zum Entstehen eines Bundesgleichbehandlungsgesetzes, Bundeskarenzurlaubsgesetzes, „Mobbingverbot“ § 43a, Papamonat, 6 Wochen Urlaub nach 43. Lebensjahr uäm. Viele frauenpolitisch und arbeits-, sozial-, besoldungsrelevanten Verbesserungen wurden  bereits „erreicht“!  Für ein „Happy end“ im Sinne der erlebbaren Gleichbehandlung und Gleichberechtigung und des partnerschaftlichen, respektvollen Umgangs Miteinanders ist aber immer noch „Luft nach oben“ = die gewerkschafts- und frauenpolitische Arbeit wird auch von mir mit Nachdruck weiter forciert.  

Mit besten Grüßen  

Ihre
Monika GABRIEL
Vorsitzenden-Stellvertreterin
Bereichsleiterin GÖD - Frauen

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