21.07.2015

Respekt & Hochachtung

Text: Monika Gabriel: GÖD-VorsitzendenStellvertreterin
und Bereichsleiterin der GÖD-Frauen

 

Unter zum Teil schwierigen, physisch und psychisch sehr herausfordernden Umständen versuchen unsere Bundes- und Landesbediensteten im Öffentlichen Dienst die Flüchtlings- und Asylantenströme in und durch Österreich zu bewältigen.

Dafür gebührt allen höchster Respekt und meine persönliche Hochachtung für diese Form der immensen und sehr fordernden Arbeitsbewältigung im Sinne des Gemeinwohls. Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliches Handeln, diese Form des Handelns steht in keiner Arbeitsplatzbeschreibung und wird als solche auch nicht wirklich „finanziell entlohnt“. Diese Form der außergewöhnlichen Belastungen ist nur mit großer „Menschlichkeit“ und zum Teil noch größerer Improvisationskunst und Flexibilität zu meistern.

Egal ob ExekutivbeamtInnen - die rund um die Uhr Dienst und Hilfe im Sinne der Sicherheit und Menschlichkeit leisten und somit geordnete Abläufe sicherstellen – oder KollegInnen in den Gesundheitsberufen, zB Landeskrankenhaus Baden als eine erste Anlaufstelle für alle kranken Asylsuchenden in Traiskirchen – KollegInnen des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl/Erstaufnahmestelle bzw. Regionalerstellen mit zum Teil fehlenden oder zu wenigen Dolmetschern oder KollegeInnen der Justizwache mit der besonderen Herausforderung betreffend „Schlepperunwesen“ – oder des Bundesheeres – oder der Pädagogischen Berufe, mit den traumatisierten Kindern aus einem nicht europäischen Kulturkreis.

Nahezu alle Berufsgruppen der Öffentlichen Dienste sind seit Wochen im Dauerstress um mit zu helfen, dass der Staat bestmöglich funktioniert und die Hilfesuchenden, oft traumatisierten Flüchtlinge (Frauen, Kinder und Männer) und Asylsuchenden jene Hilfestellung zu geben, die uns als österreichischer Staat möglich sind. Ich höre in den letzten Wochen aber auch sehr viele Hilfeschreie unserer ausgepowerten KollegInnen, die mir erzählen, wie’s wirklich vor Ort „zugeht“ (zB. 100e Anträge mehr am Tag, 100e Personen mehr zu beraten, Dolmetscher fehlen, dramatische menschliche Schicksale, Überstunden bis spät in die Nacht oder gleich „rund um die Uhr“ Dienst, uvam. Die berufliche Situation ist zur Zeit für viele schwer zu bewältigen. Das Leid der „Anderen“, der negativ Stress, die fehlenden gesundheitsfördernden Maßnahmen, die oft nicht vorhandene Anerkennung der vielen zusätzlichen dienstlichen Tätigkeiten samt kaum Anerkennung der erbrachten Leistungen stets zum Gemeinwohl „Aller“, führen vermehrt zu burn out Erkrankungen unserer KollegInnen und Kollegen. Ich würde mir sehr wünschen, dass unsere PolitikerInnen dies endlich erkennen würden und anerkennen, dass diese besonders belasteten Berufsgruppen endlich eine Entlastung erfahren und es zu einer raschen und nachhaltigen Verbesserung der zum Teil prekären Personalsituation kommt. Frauen in diesen Berufsgruppen sind zur Zeit nicht nur „Doppeltbelastet“ sondern „Mehrfachbelastet“, da zum beruflichen besonderen Stress auch noch das „Familienmanagement“ dazu kommt. Daher erlaube ich mir allen FRAUEN meinen besonderen RESPEKT und HOCHACHTUNG für ihre LEISTUNGEN extra auszusprechen.

Danke an Alle, die mit der Flüchtlings- oder bzw. und Asylproblematik befasst sind und vorbildliche Arbeit leisten !!

 

Erschienen im GÖD-Magazin 07/15

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