06.03.2019

Noch viel mehr Luft nach oben

Mit Druck zur Chancengleichheit. Denn Bildung, Leistung und Fachkompetenz von Frauen ergeben nicht den gerechten Anteil an Toppositionen.

 

Text: MClaudia Biegler, MA Bundesvertretung Unterrichtsverwaltung
Frauen-Organisationsund Schulungsreferentin

 

Selbstbewusst, gebildet und das berufliche Weiterkommen im Fokus – so präsentiert sich vielerorts die Frau des 21. Jahrhunderts. Selbstsicher ist ihr gesellschaftliches Auftreten, und das scheint das andere Geschlecht zunehmend zu verunsichern. Aber ist die „gläserne Decke“ – das Ende der Karriereleiter – eine Phrase, um Chancengleichheit einzufordern? Die Fakten sprechen für sich: Der Personalplan des Bundes 2018 lässt erkennen, dass bei den Frauenanteilen in den höchsten Bewertungen noch Luft nach oben ist. Was ist also nötig, damit es kein Gleichstellungsgesetz mehr braucht, um Leistung, Bildung und Fähigkeit von Frauen den gerechten Platz in der Arbeitswelt des Bundes zu sichern? Von mir befragte Kolleginnen aus verschiedenen Hierarchie-Ebenen sehen ihr Erfolgsgeheimnis, sich als Frau in einer Topposition zu etablieren und ebendort auch zu halten, als vielschichtig. Es ist im Hier und Heute noch immer kein vorgezeichneter Weg, sondern eher ein steiniger und mit großen Mühen verbundener. „Konsequenz, Einfühlungsvermögen, Kompromissfähigkeit stellen gewisse Voraussetzungen dar. Um den Spagat zwischen Kindern und Beruf zu meistern, verlangt es Selbstmanagement und Organisationstalent“, meinte eine Sachbearbeiterin. Es bedarf anscheinend noch weit mehr als Willen und Konsequenz, um sich durchzusetzen. „Sich in einer hohen Funktion zu behaupten, bedeutet, mehr Engagement und Fleiß in den Beruf einzubringen, als ohnehin üblich ist. Es braucht Beharrlichkeit, Führungskompetenz und die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen. Herausforderungen sind anzunehmen.“ Das sei notwendig, um sich gegen so manche Männerseilschaften durchzusetzen, beschreibt eine hochrangige Beamtin ihren dornigen Weg nach oben. Pro Quote Wie sehen männliche Kollegen das Thema Chancengleichheit? „Nicht alle Frauen haben ein trauriges, frauenbedingtes Schicksal, und man sollte bitte aufhören, Frauen nur als Benachteiligte zu sehen. Auch Männer sind nicht nur erfolgreich auf der Karriereleiter unterwegs“, moniert ein Hofrat. Natürlich ist dem zuzustimmen. Trotzdem sind es noch immer bedeutend mehr Männer als Frauen, die den Sprung in die Führungsetage schaffen. Die Diskussion darüber ist also eröffnet, warum Bildung, Leistung und Fachkompetenz von Frauen nicht den gerechten Anteil an Toppositionen ergeben. Trotz vieler verschiedener Ansichten zu diesem Thema bleibt für mich doch eine Conclusio: Besser die schlechte Lösung Quote als weiterhin zu wenige Frauen an der Spitze. Über die Gleichstellung von Frauen und Männern im Beruf und Alltag lässt es sich eben besser auf gleicher Augenhöhe diskutieren.

 

Erschienen im GÖD-Magazin 3/19.

Schlagworte

Frauen

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