01.06.2020

Xundheit, Bauchgefühl, Balance?

„Aus dem Bauch heraus“ handeln wird nicht immer positiv interpretiert. Doch Forschungsergebnisse zum Darm beweisen das Gegenteil.

Text: Monika Gabriel: GÖD-Vorsitzender-Stellvertreterin
und Bereichsleiterin der GÖD-Frauen

 

Unser Bauch signalisiert uns etwas – Frauen sind viel eher dazu bereit, diese Signale zu bemerken bzw. zu fühlen und auch ihre Entscheidungen danach zu richten. Forschungsergebnisse belegen, dass die mehr als 200 Millionen Neuronen (Hirnzellen) im Bauch nicht nur unser Innenleben regulieren, sondern auch einen erheblichen Einfluss auf unser Denken, unser Verhalten und unsere Gesundheit haben. Dieses Organ wird auch als „Sonnengeflecht“ (lat. Plexus solaris) bezeichnet, über das diverse Informationen und Steuerungsimpulse zwischen dem Hirnstamm und den Bauchorganen inklusive der Blutgefäße der Bauchhöhle ausgetauscht werden. Wie geht’s Ihnen denn gerade? Ihr Bauchgefühl hat einen enormen Einfluss darauf. „Ich habe Schiss“, „Ich muss das erst verdauen“, „Ich bin ang’fressen“, „Etwas stößt mir sauer auf“ oder „Ich habe Schmetterlinge im Bauch“ – wenn Ihnen diese Sätze bekannt vorkommen, spricht das „Bauchgefühl“ zu Ihnen.

So signalisiert uns gerade der „Bauch“ in Gesundheits-Krisenzeiten (Pandemie) möglicherweise, was richtig ist. Optimal wäre, wenn Bauch und Kopf (Verstand) zusammenarbeiten und sich einig werden. Aber woher kommt eigentlich „das vielzitierte Bauchgefühl“? Ausführliche Literatur und etliche Studien von Wissenschaftlern wie Emeran Mayer („Das zweite Gehirn“), Giulia Enders („Darm mit Charme“) oder Gregor Hasler („Die Darm-Hirn-Connection“) gehen dem auf den Grund. Hasler schreibt: „Unser Bauchgefühl hat großen Anteil daran, wie es uns geht. Erkenntnisreich ist, dass 95% vom Serotonin (Wohlfühlhormon) im Darm produziert wird. Ein hoher Serotoninspiegel bedeutet positive Stimmung. Die Darmflora hat somit einen hohen Einfluss auf die Stimmung und somit in Folge auch auf unser Denken und Verhalten. Der Darm und das Hirn sind in vielerlei Hinsicht ein Organ. Die Darm-Hirn-Connection ist eine wichtige Voraussetzung für das psychische und körperliche Wohlbefinden und für ein langes Leben! Der Kontakt des Darms mit der Umwelt ist extrem intensiv. 80% des Immunsystems sind um den Darm entwickelt. Müdigkeit, Reizbarkeit, Angst können die Folgen eines kranken Darms sein. Außerdem ist der Darm das Ausdrucksorgan von EMOTIONEN. Somit ist der Darm der Knotenpunkt der Balance.“ Ich habe gelernt, auf mein „Bauchgefühl“ zu hören, denn der Bauch hilft dem Kopf beim Denken. Unser Immunsystem muss vor allem JETZT gestärkt werden, denn der größte Teil unseres Immunsystems „sitzt“ im Darm (ca. 80 Prozent!). Er regelt unser Innenleben und darüber hinaus kommuniziert der Darm über diverse Informationswege mit unserem Gehirn. Gerade deshalb sollte sich jeder von uns die Frage stellen: Was sagt mir mein Bauchgefühl? „Was hat das Glück im Bauch verloren?“ lautet einer der vielen interessanten Vorträge von Dietmar Schrey vom Verein für mehr Lebensfreude. Ich war fasziniert von diesem Vortrag über das Zusammenspiel von Gefühlen und Verstand und das Erkennen von Lebenszusammenhängen. Ich wünsche Ihnen einen schönen Sommer und erholsame Tage! Bleiben Sie in Balance und hören Sie auf Ihr Bauchgefühl! Ihre Monika Gabriel l

 

Erschienen im GÖD-Magazin 4/20.

Schlagworte

Frauen

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