10.07.2026

Frauen in Führungspositionen

Jetzt den nächsten Schritt machen!

Dieser Beitrag stammt aus dem GÖD-Magazin 4/2026, von Mag.a Ursula Hafner, GÖD-Vors.-Stv. und Bereichsleiterin GÖD-Frauen.

Der Gesamtfrauenanteil im Bundesdienst ist seit 2006 von 38,7 % auf 44,6 % (2024) angestiegen. Der Frauenanteil in Führungspositionen ist parallel dazu seit 2006 von 27,7 % auf 39,5 % angewachsen.
Der Öffentliche Dienst bekennt sich entsprechend dem aktuellen Regierungsprogramm klar zu einer Gleichstellung und Stärkung, zu Empowerment sowie zur Sichtbarkeit von Frauen in allen Lebens- und Berufsfeldern. Ein wesentliches Ziel besteht darin, den Frauenanteil in Führungspositionen zu erhöhen.
Wie können wir Kolleginnen ermutigen, sich für eine Führungsposition zu bewerben?

  1. Sei mutig – trotz Zweifel 
    Selbstzweifel sind gerade bei Frauen weit verbreitet und oft ein Grund, eine Bewerbung oder Kandidatur gar nicht erst in Betracht zu ziehen.
    Sich unsicher zu fühlen, heißt jedoch nicht, ungeeignet zu sein. Im Gegenteil: Reflektierte Führungskräfte treffen Entscheidungen in der Regel sorgfältiger, beziehen unterschiedliche Perspektiven ein und übernehmen Verantwortung für ihr Handeln.
  2. Deine Stärken sind ein Mehrwert
    Frauen bringen häufig Kompetenzen mit, die in modernen Organisationen dringend gebraucht werden: Kommunikationsfähigkeit, Teamorientierung, ein hohes Maß an Empathie und die Fähigkeit, komplexe Situationen ganzheitlich zu betrachten. Diese Stärken sind kein „Nice-to-have“, sondern ein echter Mehrwert für Teams.
  3. Du musst nicht „perfekt“ sein, um anzufangen
    Während Männer sich oft schon bewerben, wenn sie einen Teil des Anforderungsprofils erfüllen, warten Frauen häufig, bis sie davon überzeugt sind, alle Kriterien zu hundert Prozent zu erfüllen. So gehen wertvolle Chancen verloren. Führungskompetenz ist kein fertiges Paket, das man irgendwann „hat“, sondern ein Lernprozess. Unvollkommen zu starten, ist kein Mangel, sondern ein normaler Teil von Entwicklung.
  4. Such dir Verbündete und Vorbilder 
    Niemand muss den Weg in Führungspositionen allein gehen. Vorbilder zeigen, dass es möglich ist, Verantwortung zu übernehmen und gleichzeitig Familie, Privatleben und persönliche Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen – auch wenn Rahmenbedingungen oft noch verbessert werden müssen. Netzwerke, Mentorings und solidarische Kolleg:innen können Mut machen, Türen öffnen und helfen, Herausforderungen besser zu bewältigen. Sich Unterstützung zu holen, ist ein Zeichen von Stärke, nicht von
    Schwäche.
  5. Für dich und für andere
    Wer eine Führungsposition übernimmt, gestaltet nicht nur die eigene Karriere, sondern verändert auch die Perspektiven anderer. Jede Frau in einer Leitungsfunktion macht es der nächsten ein Stück leichter, weil sie Sichtbarkeit schafft, Stereotype aufbricht und neue Normalität vorlebt. Führungsposition zu übernehmen, heißt daher auch, Verantwortung für mehr Gleichstellung zu übernehmen und den Weg für kommende Generationen zu ebnen. Frauen in Führungspositionen brauchen gute Rahmenbedingungen, faire Chancen – und Ermutigung. Bestärken wir Kolleginnen darin, ihre Stärken zu erkennen, sichtbar zu machen und Vertrauen in ihre Fähigkeiten zu entwickeln.