Zusammen stärker
Auftakt zur neuen Funktionsperiode
Dieser Beitrag stammt aus dem GÖD-Magazin 7/2026, von Mag.a Ursula Hafner, GÖD-Vors.-Stv. und Bereichsleiterin GÖD-Frauen und dzt. Familie.
Die 18. Funktionsperiode der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst neigt sich dem Ende zu. Am 19. GÖD-Bundeskongress (17. 11.–19. 11. 2026) werden die „Karten wieder neu gemischt“, Funktionärinnen und Funktionäre des Präsidiums und Vorstandes sowie der Bereiche werden neu bzw. wieder gewählt. Nachdem ich im Dezember 2023 den Bereich Frauen von meiner sehr geschätzten Vorgängerin Monika Gabriel übernommen hatte, durfte ich am 1. März 2024 auch die Funktion der GÖD-Vorsitzenden-Stellvertreterin antreten.
In den letzten fünf Jahren konnten wir gewerkschaftsfrauenpolitisch sehr viel „erledigen“ bzw. auf den richtigen Weg bringen.
Viele zentrale Schwerpunktthemen der vergangenen Jahre werden uns auch in die kommende Funktionsperiode begleiten:
- Die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Karriere sowie tatsächliche Chancengleichheit sind zentrale Voraussetzungen für eine moderne und attraktive Arbeitswelt. Der Öffentliche Dienst hat dabei eine besondere Verantwortung, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Frauen und Männern eine gleichberechtigte Teilhabe am Berufsleben ermöglichen und eine partnerschaftliche Aufteilung von Betreuungs- und Pflegearbeit unterstützen. Zugleich stärken frauen- und familienfreundliche Arbeitsbedingungen die Attraktivität des Öffentlichen Dienstes und leisten einen wichtigen Beitrag zur Gewinnung und langfristigen Bindung qualifizierter Mitarbeiter:innen.
- Frauen übernehmen noch immer den Großteil der unbezahlten Care-Arbeit – für Kinder, pflegebedürftige Angehörige und den Haushalt. Diese Arbeit wird im Pensionssystem nicht angemessen abgebildet.
- Der Öffentliche Dienst hat eine besondere Verantwortung, faire und moderne Arbeitsmodelle vorzuleben – etwa durch flexible Arbeitszeiten,
echte Wahlfreiheit zwischen Teilzeit und Vollzeit ohne Karrierenachteile und unterstützende Infrastrukturen. - Digitalisierung und neue Arbeitswelten bieten auch im Öffentlichen Dienst Chancen auf mehr Flexibilität und Selbstbestimmung – doch ohne gezielte Weichenstellungen könnten bestehende Ungleichheiten sogar verstärkt werden.
- Die Gendermedizin zeigt, dass Frauen und Männer bei vielen Erkrankungen unterschiedliche Symptome, Verläufe und Therapiebedürfnisse haben – doch Forschung, Diagnostik und Leitlinien bilden diese Unterschiede noch immer unzureichend ab.
Ich freue mich darauf, gemeinsam mit meinen GÖD Kolleginnen diese Themen weiter voranzutreiben. Mit unserer klaren Vision sind wir auch künftig entschlossen, die notwendige Arbeit, Geduld und Leidenschaft einzubringen, um die Arbeitswelt für Frauen im Öffentlichen Dienst nachhaltig zu verbessern.
Wir GÖD-Frauen haben eine Schlüsselrolle, um diese Entwicklungen aktiv mitzugestalten – durch konsequente Interessenvertretung, strategische Vorschläge und kontinuierliches Monitoring. Nur so bleibt Gleichstellung kein bloßes Wort auf dem Papier, sondern wird zur gelebten Praxis im Berufsalltag.
Diesen Weg werden wir auch in den nächsten Jahren konsequent weitergehen. Gemeinsam für echte Chancengleichheit!